Euer AStA
Was genau ist eigentlich der Allgemeine Studierendenausschuss — der AStA?
AStA, UStA, StuVe, Stura, Sprecherrat… es gibt deutschlandweit unendlich viele Bezeichnungen und Modelle für die Studivertretung. Genauer gesagt, sind wir nur die Spitze des Eisbergs der Studivertretung.
Background:
“den linken Sumpf an den Unis trocken legen”
“Asta?! is das nich verboten in Bayern?!” Stimmt einerseits… andererseits auch nicht. Genauer gesagt, ist in Bayern und Baden Württemberg (und auch nur dort…) die Verfasste Studierendenschaft abgeschafft worden. 1974 wurde genau diese vom bayerischen Wissenschaftsminister Hans Maier einfach abgeschafft mit der Begründung, man wolle “den linken Sumpf an den Unis trocken legen”. Unabhängig davon, was man von “der Linken” hält, zeugt es wohl von einem zweifelhaften Demokratieverständnis, einfach Strukturen abzuschaffen, weil einem die politische Richtung nicht passt.
In Bayern haben wir StudivertreterInnen nicht annähernd die Rechte und Mittel, die unsere Pendants im restlichen Deutschland haben. Wesentlich ist hier das politische Mandat und die fehlende Beitrags– und Satzungshoheit. Sogenannte Nord-ASten erheben von den Studis einen kleinen Beitrag pro Semester und bieten dafür weitreichende Beratungs– und Serviceangebot. Während dort die Studivertretungen komplette Finanzautonomie besitzen, haben wir im Süden gerademal ein Bruchteil der Gelder zur Verfügung, der uns wie alles auch jährlich gekürzt wird. Zum Vergleich: Die Studivertretung der größten Uni Bayerns, der LMU München hat ungefähr soviel Geld wie die Fachschaft Chemie der Uni Köln.
Aus Konvent und Sprat mach StuPa und AStA
Statt einen Allgemeinen Studierendenausschuss und ein Studierendenparlament , gibts in Bayern offiziell den “Sprecherrat” und den “Studentischen Konvent”. Mit dem neuen Landeshochschulgesetz, das uns seit dem Wintersemester 2005/06 die Studiengebühren beschert, änderte sich auch etwas die Struktur der bayerischen Studivertretung. Die GSO-FH Nürnberg hat hierbei als einzige bayerische Hochschule die sog. Experimentierklausel tatsächlich so nutzen können, wie sie gedacht ist. Im Winter ’07 entwickelten wir ein Modell, trugen es innerhalb der Hochschule durch sämtliche Instanzen und bekamen es nun ein halbes Jahr später mit minimalsten kosmetischen Veränderungen vom Ministerium prinzipiell so genehmigt, wie wir uns das vorstellten.
Auch wenn wir nun immer noch weit von der verfassten Studischaft entfernt sind, geht es mit unserer “Extrawurst” weitaus demokratischer zu, als mit dem neuen bayerischen vermurksten Modell. Die Kompetenzen sind auf mehr Schultern verteilt, die Hierarchien sind flacher und die Basis hat mehr Gewicht im Studiparlament.
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