Pressemitteilung der Landes ASten Konfernez zu den Studiengebühren
Pressemitteilung
Die Studiengebührendebatte hat durch Christian Ude und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch neuen Wind bekommen. Die SPD verspricht eine Abschaffung der Unimaut und eine vollständige Kompensierung der Mittel bei einem Wahlerfolg 2013. Heubisch hingegen will weiterhin unter allen Umständen an den Gebühren festhalten und betont deren Unverzichtbarkeit, um die hervorragenden bayerischen Universitäten als solche zu erhalten.
Dies verwundert die Studierenden besonders deshalb, weil kurz vor Einführung der Studiengebühren der Wissenschaftshaushalt massiv gekürzt wurde. Esther Dammer, studentische Senatorin an der LMU äußert Unverständnis für den Wissenschaftsminister: “Wenn Herr Heubisch jetzt die Gebühren als unverzichtbar für hervorragende Universitäten erachtet, dann wird die aktuelle staatliche Finanzierung offensichtlich dem bayerischen Anspruch, ein Bildungsland zu sein, nicht gerecht. Auch in anderen Bundesländern gibt es exzellente Hochschulen — völlig ohne Studiengebühren. Ein so reiches Land wie Bayern sollte dahinter nicht zurückbleiben. Das muss der Minister bedenken, wenn er die Gebühren als zwingend notwendig darstellt.“
Die Abschaffung der Studiengebühren in allen Bundesländern bis auf Niedersachsen und Bayern zeigt außerdem, dass sich dieses Modell der Studienfinanzierung nicht bewährt hat. “Für die bayerischen Studierendenvertretungen ist es absolut unverständlich, dass Bayern nach wie vor an den unsozialen und überholten Gebühren festhält, während andere Bundesländer schon längst die richtigen Konsequenzen gezogen haben — und zwar die Abschaffung. Dass Herr Heubisch die Gebühren weiterhin als sozial verträglich bezeichnet, grenzt an Realitätsverweigerung”, so Franziska Traube, Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz Bayern. “Wir wundern uns außerdem darüber, dass der Minister immer wieder Studiengebühren gegen Kindergartengebühren aufwiegt. Eine Ungerechtigkeit relativiert nicht die andere. Gebühren im Kindergarten sind genauso falsch wie Gebühren in der Hochschule. Freie Bildung für alle vom Kindergarten bis zum Studium muss selbstverständlich sein.“
Michelle Klein, Geschäftsführerin der Studierendenvertretung der LMU fügt abschließend hinzu: “Der Minister sollte sich weder bei der Frage der Regierungsbeteiligung noch beim Thema Studiengebühren so selbstsicher geben. Bereits jetzt gibt es mehrere Petitionen und Volksbegehren gegen die Unimaut. Statt Wahlkampfparolen abzusondern sollte im Ministerium endlich über ein tragfähiges, sozial gerechtes Konzept zur Ausfinanzierung der bayerischen Universitäten nachgedacht werden — ohne Studiengebühren! Bis zur Landtagswahl wird das Thema weiter an Fahrt gewinnen — und auch wir werden die Auseinandersetzung nicht scheuen.“
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